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In der Wirtschaftskrise 3700 Arbeitsplätze abgebaut - Deutliche Spuren im Oberbergischen Kreis

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12.03.2010 - 09:37 Uhr - Nach den nunmehr vorliegenden Daten zur Beschäftigung im Sommer 2009 bestätigen sich die Erkenntnisse aus der Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die Arbeitnehmer in Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis wurden vergleichsweise wenig von der Wirtschaftskrise betroffen, hingegen spürten die Oberberger, die auch im Oberbergischen Kreis arbeiteten, besonders deutlich die Konsequenzen der konjunkturellen Talfahrt.

In den 16.469 Betrieben des Agenturbezirks Bergisch Gladbach wurden am 30. Juni 2009 laut deren Meldungen zur Sozialversicherung 209.327 Männer und Frauen so-zialversicherungspflichtig beschäftigt; dies waren 3.733 oder 1,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig sank die Zahl der im Agenturbezirk wohnenden sozialver-sicherungspflichtig Beschäftigten um 2.365 oder 1,0 Prozent auf 236.263. Es waren vor allem diejenigen Arbeitnehmer/innen betroffen, die weniger mobil waren d. h. die ihren Arbeitsplatz an ihrem Wohnort hatten; so sank ihre Zahl um 1.755 oder 2,0 Prozent auf 85.158. Damit entfielen drei Viertel des Rückgangs auf diesen Personen-kreis. Bei den Auspendlern ging die Zahl der Beschäftigten nur geringfügig um 610 oder 0,4 Prozent auf 151.105 zurück, dabei beschränkte sich dieser Rückgang auf die Nahpendler, d. h. auf diejenigen, die innerhalb der Kreisgrenzen blieben. „Damit bestätigen sich frühere Sonderuntersuchungen, die die größere Arbeitsplatzsicherheit für mobile Arbeitnehmer (Pendler) ergaben, insbesondere für diejenigen mit guten bzw. auch höheren Qualifikationen“, so Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäfts-führung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach.
Neben den gemeldeten 209.327 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen gab es im Agenturbezirk noch 45.742 Beschäftigungsverhältnisse mit ausschließlich geringfügig entlohnten (nicht mehr als 400 € pro Monat) Arbeitnehmer/innen; 265 oder 0,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig wohnten im Agenturbezirk 48.536 Männer und Frauen, die ausschließlich eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausübten, 140 oder 0,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Der Blick auf die Kreise bzw. die kreisfreie Stadt Leverkusen zeigt deutliche Unter-schiede zwischen den Regionen: Während in Leverkusen (-0,7 Prozent) und im Rheinisch-Bergischen Kreis (-0,5 Prozent) die Zahl der gemeldeten sozialversiche-rungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse vergleichsweise geringfügig zurückging, war der Abbau im Oberbergischen Kreis mit -3,3 Prozent deutlich ausgeprägter.

Nach den Meldungen der Betriebe wurden im Oberbergischen Kreis im Sommer 2009 insgesamt 85.999 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt; 2.980 oder 3,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Im Kreis wohnten am 30. Juni 2009 insgesamt 92.428 Männer und Frauen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausübten; 2.386 oder 2,5 Prozent weni-ger als in 2008. Von ihnen hatten 64.770 ihre Arbeitsplätze innerhalb der Kreisgren-zen, dies waren 2.388 oder 3,6 Prozent weniger. Dagegen blieb die Zahl der Pendler mit Arbeitsorten außerhalb des Kreisgebiets mit 27.658 auf dem Vorjahresniveau (27.656). Damit liegt die Auspendlerquote mittlerweile bei 29,9 Prozent, zehn Jahre zuvor betrug sie noch 25,5 Prozent. Die Arbeitsplatzverluste im Oberbergischen Kreis trafen fast ausschließlich die Oberberger, die wohnortnah arbeiteten. Nominell sank die Einpendlerzahl um 592 oder 2,7 Prozent auf 21.229; unter Berücksichtigung der vorerwähnten Fehlmeldung sank sie dagegen nur um 212 oder 1,2 Prozent auf 18.159.

Der Abbau der Beschäftigung im Oberbergischen Kreis erfolgte im Wesentlichen in zwei Wirtschaftsbereichen: Zum einen im verarbeitenden Gewerbe – hier insbeson-dere bei der Herstellung von Kraftwagenteilen, Maschinenbau, Herstellung von elekt-rischen Ausrüstungen und in der Metallerzeugung und –bearbeitung – und zum ande-ren in der Arbeitnehmerüberlassung. Obwohl die Arbeitnehmerüberlassung dem Dienstleistungssektor zuzurechnen ist, zeigt die Konzentration auf die Fertigungsbe-rufe, dass auch hier die Verluste im verarbeitenden Gewerbe verursacht wurden. So gingen allein bei den Herstellern von Kraftwagenteilen 818 sozialversicherungspflich-tige Beschäftigungsverhältnisse verloren, im Maschinenbau waren es weitere 264. Bei der Überlassung von Arbeitskräften waren es nominell 1.654 und bereinigt um die Fehlbuchungen immerhin fast 1.300 Beschäftigungsverhältnisse weniger. Im Bereich Information und Kommunikation wurden 224 Stellen abgebaut; wesentliche Ursache war die Abwanderung der Niederlassung eines Unternehmens.

Diese Entwicklung verlief in den einzelnen Kommunen im Kreisgebiet sehr unter-schiedlich: Sie reichte von +7,7 Prozent in Waldbröl (bedingt durch Betriebsverlage-rungen von Morsbach nach Waldbröl) bis zu -10,3 Prozent in Bergneustadt. Bezogen auf die in den Kommunen wohnenden Beschäftigten reichte die Bandbreite der Ent-wicklung von -0,7 Prozent in Lindlar bis zu -4,1 Prozent in Gummersbach.
Trotz der verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Auszubildenden sogar leicht erhöht von 4.511 um 183 oder 4,1 Prozent auf 4.694. Hier hat sich die Krise erst nach dem Stich-tag 30.06.2009 niedergeschlagen, denn es wurden danach weniger neue Ausbil-dungsverträge für den Ausbildungsbeginn August bzw. September abgeschlossen.
Neben den 85.999 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen be-standen im Oberbergischen Kreis noch 19.182 ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse, 330 oder 1,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Da für manche Arbeitnehmer/innen das Haupteinkommen nicht ausreichte wurde in 8.313 Fällen im Nebenjob geringfügig entlohnt gearbeitet; 527 oder 6,0 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Beschäftigungsentwicklung im Rheinisch-Bergischen Kreis blieb deutlich weniger dramatisch als im benachbarten Oberbergischen Kreis und hinterließ aber in Burscheid und Wermelskirchen Spuren. So wurden von den Betrieben im Kreisgebiet 65.060 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse der Sozialversicherung gemeldet, 330 oder 0,5 Prozent weniger als für Juni 2008. Aber auch hier gab es Verzerrungen des Bestandes und der Entwicklung durch fehlerhafte oder mittlerweile korrigierte Meldungen. So ist einmal durch eine Sozialversicherung der Bestand überzeichnet und zum anderen durch ein anderes Unternehmen, das mittlerweile korrekt meldet, die Entwicklung verzerrt.

Im Kreis wohnten am 30. Juni 2009 insgesamt 90.072 Männer und Frauen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausübten; 119 oder 0,1 Prozent mehr als in 2008. Von ihnen hatten 34.921 ihre Arbeitsplätze innerhalb der Kreisgrenzen, dies waren 302 oder 0,9 Prozent weniger. Dagegen stieg die Zahl der Pendler mit Ar-beitsorten außerhalb des Kreisgebiets mit 55.151 über das Vorjahresniveau um 421 oder 0,8 Prozent. Damit liegt die Auspendlerquote mittlerweile bei 61,2 Prozent, zehn Jahre zuvor betrug sie noch 55,9 Prozent. Die Arbeitsplatzverluste im Rheinisch-Bergischen Kreis trafen fast ausschließlich die Rhein-Berger, die wohnortnah arbeite-ten. Auf der anderen Seite blieb die Zahl der auswärtigen Arbeitnehmer, die im Kreis-gebiet ihre Arbeit ausübten nahezu konstant mit 30.139 nach 30.167 im Vorjahr.
Der Abbau von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Rheinisch-Bergischen Kreis erfolgte insbesondere in Burscheid, in den übrigen kreisangehörigen Kommu-nen gab es nur relativ geringe Veränderungen. Die Beschäftigungsverluste in Bur-scheid traten vor allem bei den Herstellern von Kfz-Teilen und bei unternehmensna-hen Dienstleistungen auf. In Wermelskirchen traten bei der Herstellung von Metaller-zeugnissen Arbeitsplatzverluste auf. Auch in Kürten wurde bei Dienstleistungsunter-nehmen Personal abgebaut. Dagegen konnte sich ein Kommunikationsunternehmen mit Sitz in Bergisch Gladbach zwischen 2008 und 2009 erheblich ausdehnen.
Auch angesichts ungünstigerer wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blieb die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Auszubildenden mit 3.708 nahezu kon-stant (Vorjahr: 3.691). Hier hat sich die Krise erst nach dem Stichtag 30.06.2009 nie-dergeschlagen, denn es wurden danach weniger neue Ausbildungsverträge für den Ausbildungsbeginn August bzw. September abgeschlossen.
Außer den 65.060 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen be-standen im Rheinisch-Bergischen Kreis noch 17.538 ausschließlich geringfügig ent-lohnte Beschäftigungsverhältnisse, 135 oder 0,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Da für manche Arbeitnehmer/innen im Kreisgebiet das Haupteinkommen nicht aus-reichte, wurde in 7.805 Fällen im Nebenjob geringfügig entlohnt gearbeitet; 74 oder 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der vergleichsweise leichte Rückgang der Beschäftigung in Leverkusen (-423 oder 0,7 Prozent auf 58.268) wirkte sich insbesondere bei den Leverkusenern aus, die ih-ren Arbeitsplatz in der Stadt hatten (-477 oder -1,7 Prozent auf 27.375). Durch Ar-beitsaufnahmen außerhalb der Chemiestadt, vor allem in Köln, dem Kreis Mettmann und Bonn (+379 oder +1,5 Prozent auf 26.388), erlebten die Arbeitnehmer/innen im Saldo nur geringe Beschäftigungseinbußen (-98 oder -0,2 Prozent auf 53.763).
In Leverkusen wurden insbesondere Beschäftigungsverhältnisse bei der Herstellung von Kfz-Teilen, der Arbeitnehmerüberlassung und der Chemie abgebaut. Auf der an-deren Seite entstanden vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen und anderen Dienstleistungsbranchen neue Stellen. Während der Abbau von Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe zu Lasten der Männer und der Vollzeitstellen ging, führten die Zuwächse in verschiedenen Dienstleistungsbranchen zu mehr Frauenbeschäfti-gung und mehr Teilzeitstellen.
Trotz der Verringerung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung blieb die Ausbil-dungsleistung erhalten. Mit 3.034 Auszubildenden wurde der Stand vom Vorjahr um 37 oder 1,2 Prozent überschritten.

Neben den 58.268 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen wurden in Leverkusen auch 9.022 Männer und Frauen ausschließlich mit einer geringfügig entlohnten Tätigkeit beschäftigt; dies waren 200 oder 2,3 Prozent mehr als im Juni 2008. 3.655 Personen übten eine derartige Tätigkeit als Nebenjob aus, 89 oder 2,5 Prozent mehr.

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