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VfL Gummersbach besiegt HBW Balingen-Weilstetten mit 35:22 (18:10)

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14.03.2010 - 18:55 Uhr - Gummersbach. Der VfL Gummersbach besiegte den HBW Balingen-Weilstetten mit 35:22 (18:10) vor 1.960 Zuschauern in der Eugen-Haas-Halle. Für den VfL war der Erfolg gegen Balingen mehr als ein Pflichtsieg, denn die Mannschaft von Trainer Sead Hasanefendic bot ihren Fans eine Handball-Gala und kletterte durch den Sieg auf den sechsten Tabellenplatz.

Der VfL Gummersbach begann stark und ging durch Jörg Lützelberger mit 1:0 in Führung. Doch auch der HBW Balingen-Weilstetten wollte seine Chance auf einen Überraschungssieg nutzen. Balingens Felix Lobedank traf zum 1:1. Die weiteren VfL-Tore durch Adrian Wagner und Drago Vukovic konnte Balingen ebenfalls egalisieren. Als Vedran Zrnic von Rechtsaußen den Ball wunderschön im Winkel versenkte und wenig später Adrian Wagner ein Tor nachlegte, führte der VfL nach zehn Minuten mit 5:3.

Der VfL zeigte von Beginn an eine engagierte und kämpferische Einstellung und zog nun auf 8:3 davon. Balingens Trainer Dr. Rolf Brack sah sich zur Auszeit gezwungen, doch auch in der Folge dominierte der VfL. Goran Stojanovic mit fantastischen Paraden und Adrian Pfahl mit sehenswerten Rückraumtreffern sorgten dafür, dass Balingen nicht ins Spiel fand. Nach den guten Leistungen in den letzten Wochen strotzte der VfL vor Selbstbewusstsein und zeigte sich vor seinen Fans spiel- und einsatzfreudig. In der 20. Minute netzte Geoffroy Krantz nach Zrnic-Ecke gar per Kempa-Trick zum 12:5 ein – der VfL war in Laune, die Halle feierte, und Blau-Weiß legte nach: Wagner und Robert Gunnarsson markierten das zwischenzeitliche 14:6, weil Balingen nun auch Risiko ging und Keeper Nikola Marinovic zu Gunsten eines siebten Feldspielers wechselte. So sah sich Wagner dem Feldtorhüter Frank Ettwein, etatmäßig Linksaußen, Gunnarsson gar einem leeren Kasten gegenüber. Zwei Versuche von Goran Stojanovic, per Abwurf ins verwaiste Balinger Gehäuse sein persönliches „Torkonto“ zu verbessern, gingen allerdings daneben bzw. an den Pfosten.

Mit einem 3:0-Lauf konnte Balingen dann zunächst das Ergebnis korrigieren, insbesondere gegen den starken Felix Lobedank fand der VfL in Halbzeit eins nicht immer ein Mittel. Folgerichtig rüttelte Sead Hasanefendic seine Farben mit einer Auszeit wach – Drago Vukovic riss in der Schlussphase des ersten Durchgangs das Spiel an sich und lieferte einen lupenreinen Hattrick vom 15:9 zum 17:9-Zwischenstand ab, ehe Rock Feliho für Balingen und Zrnic mit einem sehenswerten Dreher in die lange Ecke den Pausenstand besorgten.

Nach dem „Pausentee“ rührte der VfL den richtig dicken Beton an – Balingen sollten in der kommenden Viertelstunde ganze drei Tore gelingen. Stojanovic kaufte zunächst Benjamin Herth, dann Philipp Müller gute Gelegenheiten ab, und „Adi“ Pfahl nutzte dies auf der anderen Seite mit seinen Treffern vier und fünf. Gummersbachs Halbrechter warf sich für eine überragende zweite Hälfte warm und hatte am Ende sage und schreibe zehn Tore zu Buche stehen. Nach Müllers 20:12-Anschluss betrug der Vorsprung des VfL zwar wieder acht Tore, doch Wagner sicher vom Strafwurfpunkt und per Gegenstoß nach brilliantem Zuspiel von Vedran Zrnic ließ schon mal aufhorchen, wohin die Reise heute gehen würde. Goran Stojanovic nagelte seinen Kasten nun für Minuten zu und Drago Vukovic, erneut Pfahl und Lützelberger mit einem Konter schraubten das Ergebnis auf 25:12. Balingens Marinovic hatte genug und machte Platz für Ivan Zoubkoff. Gegen die Pfahl-Granaten, die mit jedem Einschlag genauer trafen, war allerdings auch der französische Keeper von Balingen machtlos. Immerhin schaffte es Rock Feliho, für seine Balinger mit dem ein oder anderen Gewaltwurf zu verkürzen. So gelangen dem Rechtshänder das 26:14, das 27:16, das 29:17 per Siebenmeter und auch das 30:18, doch der VfL behielt das Heft stets fest in der Hand. Krantz leitete die Spielzüge ein und Adrian Pfahl mit perfekter Quote stellte Balingens Deckung vor unlösbare Aufgaben.

In der Schlussphase gab Sead Hasanefendic auch seinen Youngstern Einsatzzeit. Ole Rahmel führte sich mit einem prima Gegenstoß zum 30:17 ebenso gut ein, wie wenig später Mark Multhauf, der trotz der „Last“ des Yoon-Trikots mit der Nummer 7 kaltschnäuzig von Linksaußen auf 31:18 erhöhte. Balingen gab sich allerdings nicht auf, versuchte, wenigstens den 12/13-Tore-Abstand zu halten. Der für Vukovic in den letzten Minuten gekommene Christoph Schindler steuerte das 33:21 bei und als kurz darauf Jörg Lützelberger beim Wurf am Kreis umgerissen wurde, die Schiedsrichter Harms/Mahlich Siebenmeter verhängten, forderte das Publikum lautstark „Goran Stojanovic“ als Schützen an der Linie. Den Ball gab die VfL-Bank allerdings Youngster Multhauf, der eiskalt gegen Zoubkoff verwandelte. Den Schlusspunkt zum völlig verdienten 35:22 setzte Neuzugang Christoph Schindler mit seinem gefürchteten Unterarmwurf. Einen letzten Balinger Angriff blockte die VfL-Deckung, dann war im wahrsten Sinne des Wortes „Feierabend“, denn die Eugen-Haas-Halle feierte ihre Mannschaft für eine spielerisch starke und im Ergebnis souveräne Leistung.

Tore: Pfahl (10), Wagner (7/4), Vukovic (5), Zrnic (3), Krantz (2), Schindler (2), Lützelberger (2), Multhauf (2/1), Gunnarsson (1), Rahmel (1).

Paraden: Stojanovic (17/1)

Strafzeiten: VfL 5 – Balingen 5

Zuschauer: 1.960

Stimmen:

Dr. Rolf Brack, Trainer HBW Balingen:

„Glückwunsch, an meinen alten Freund Sead Hasanefendic und Kompliment für das, was hier gelungen ist: Letztes Jahr spielten hier Ilic und Alvanos – und wir haben das Spiel in der Kölnarena nur knapp verloren. Heute hat Gummersbach exzellent gespielt, wir haben entscheidende Dinge taktisch nicht umgesetzt, haben nur sechs Paraden, aber 22 Fehlwürfe. Da kann ich mit dem Ergebnis leben, es hätte noch schlimmer laufen können. Es war sogar unsere höchste Saison-Niederlage.“

Sead Hasanefendic, VfL Gummersbach:

„Ich bin sehr zufrieden und das sage ich eigentlich nicht häufig, weil es immer etwas zu verbessern gibt. Wir haben zuerst 6:0 gedeckt, allerdings in einer offensiven Variante, haben kompakt gespielt, dann schnelle Vorwärtsaktionen gehabt. Balingen spielt eine unangenehme Verteidigung, sie haben schon große Mannschaften geschlagen, darunter auch den THW Kiel.

Wir haben unsere spielerischen Mittel genutzt, die spielstarke Aufstellung mit Pfahl, Krantz und Vukovic hat Wirkung gezeigt. So konnten wir auch die jungen Spieler integrieren.

13 Tore gegen Balingen muss man erst einmal vorlegen, ich bin froh, dass es so gelaufen ist. Vor uns liegen harte Wochen, kommenden Sonntag geht es in Großwallstadt weiter und dann kommen auch bald die Europacup-Spiele.“

Adrian Pfahl:

„Wir haben heute sehr gut gespielt. So einen deutlichen Sieg haben wir schon lange nicht mehr eingefahren, gegen Wetzlar war es ja ein Arbeitssieg. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, nämlich aus einer stabilen Abwehr heraus vorne unsere Tore zu machen. Wir haben heute Balingen nie ins Spiel kommen lassen.“

Adrian Wagner:

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Spiel heute. Adrian Pfahl und Goran Stojanovic waren heute überragend. Balingen war ein sehr unbequemer Gegner, aber wir hatten heute immer eine Lösung parat. Mit dieser Leistung können wir optimistisch in die nächsten Wochen gehen.“

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